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Pressebilder

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Interview

15. Mai 2015 | DAB 

Das Interview führte Daniela Liebe Edle v. Kreutzner. 

„ Beinahe alles ist bespielbar “

Ihr bezeichnet euch als „Kunstnomaden“- Was bedeutet das?

Anna Mautner Markhof: Wir wollen immer in Bewegung bleiben, von einem Ort zum nächsten wandern. Wir sehen diese Bewegung als Prozess,
als Entwicklung. Deshalb zeigen wir Kunst auch nicht an einem fixen Standort, sondern jedes Mal woanders.

Maria Anna Goess: Der Name LOCOMOT erfasst dieses Bedürfnis, diese Grundidee einer offenen und flexiblen Plattform. Es geht uns
um den Austausch, Künstler treffen auf Enthusiasten und gestalten zusammen.


Was war der Auslöser?

AM: Es war ein Abend im Sommer am Wiener Naschmarkt, Cocktails mit Freunden, darunter viele Künstler. Die Gespräche drehten sich um die
Szene, es wurde gejammert, und über das Fehlen einer Plattform diskutiert.Am Ende des Abends war für viele das Gespräch
wieder vergessen, wir hingegen haben am nächsten Tag an dieser Vision zu arbeiten begonnen, es war ein Kribbeln, das uns hat aktiv werden lassen, ein Gefühl des Aufbruchs, das uns bis heute nicht losgelassen hat. 

MG: Kennengelernt haben Anna und ich uns vor einigen Jahren in New York, als wir dort beide gelebt und gearbeitet haben. Jetzt haben wir in Wien eine gemeinsame Vision verwirklicht, das Leben geht schon eigenartige Wege.

Eine Besonderheit des Konzepts sind die wechselnden Locations. Wo wart ihr bereits, und wo wollt ihr Kunst noch zeigen?

MG: Unsere erste Location war der Dachboden unserer Galerie. Danach bezogen wir ein Kung-Fu-Studio in Berlin. Unsere größte Ausstellung fand bisher in einem 400-qm-Keller in Wiens erstem Hochhaus statt. Letzte Woche bespielten wir die Wände eines Designbüros. Wo uns dieZukunft hinführt, wissen wir nicht, wir gehen generell mit offenen Augen durch die Welt, esgibt zahlreiche Orte, die Kunst verdienen, und beinahe alles ist auch bespielbar. Egal ob Gewächshaus oder Schlachthof, ob Wien, Berlin oder New York, alles ist denkbar.

AM: Daher freuen wir uns auch immer über Geheimtipps und Kontakte. Wie etwa bei unserer nächsten Ausstellung: „Stripped to Tease“. Die findet ab 21. Mai in einem fast baufälligen Altbau in der Johannesgasse im 1. Bezirk in Wien statt.

Was kommt zuerst, die Künstler oder die Idee zur Ausstellung?

AM: Wir orientieren uns eindeutig an den Künstlern und ihren Werken. Überlegen uns eine Form, die der Kunst gerecht wird, und gestalten
eine Ausstellung daraus. Überlegen uns Kombinationsmöglichkeiten,welche Elemente zusammenspielen könnten, welche Orte spannend sein könnten. Wir sehen uns hier als eine neue Plattform, eine Drehscheibe für Künstler, helfen ihnen dabei, ihre Werke in Szene zu setzen.

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MG: Man kann uns auch beauftragen: Sie haben einen interessanten Ort, wir haben die passenden Künstler! Zusammen werden dann
Ideen besprochen, wir entwickeln ein Konzept und organisieren die Ausstellung.

AM: Der Ablauf unserer Ausstellungen ist unterschiedlich, zu großen Shows veranstalten wir auch Previews. Diese finden meist zwei Tage vor
dem großen Opening statt, ohne Presse und mit exklusiver Gästeliste. Das Publikum spielt dabei eine große Rolle, wir achten auf eine gute Zusammensetzung von Künstlern, Interessenten, Käufern und Mitgliedern der Kreativbranche.

MG: Wir organisieren dann auch ein Rahmenprogramm zur Ausstellung. Im „Keller“ gab es beispielsweise die Darbietung einer Opernsängerin und die Premiere eines Kurzfilms mit Livemusik. Am Ende der Preview wurde dann noch zum Cocktail aufs Dach geladen, mit Blick über ein leuchtendes Wien. 

Wie habt ihr eure bisherigen zwei Gruppen und sechs Einzelausstellungen finanziert, und wie soll es in Zukunft aussehen?

AM: Im Moment befinden wir uns noch in der Anfangsphase, probieren uns aus, experimentieren. Wir finanzieren uns über unsere Professionen, als Künstler oder Kuratoren. Bei den Ausstellungen sind wir natürlich auf Sponsoren angewiesen, das hat in der Vergangenheit aber sehr gut funktioniert. Wir konnten mit unseren Konzepten und Ideen schon früh treue Unterstützer gewinnen. Die Menschen spüren unseren Enthusiasmus, lassen sich anstecken und werden dann auch nicht enttäuscht. Natürlich werden auch Werke gekauft, dafür erhalten wir einen Teil als Kommission, die wir aber bewusst niedrig halten.

MG: Im Moment ist es eine Reise ins Ungewisse,jeder Tag beinhaltet Neues. So darf es weitergehen,aber für die Zukunft erhoffen wir uns eine gewisse finanzielle Sicherheit um unsere großen Visionen umzusetzen.

Du, Anna, bist selbst Künstlerin. Was inspiriert dich zu deinen Werken, was möchtest du erschaffen?

AM: Zurzeit beschäftige ich mich mit Doppelbelichtung von Analogfotografie. Durch diesen Effekt verschwimmen für einen Moment Fantasie
und Realität in einem Bild, wie ein Tagtraum. Ich arbeite seit letztem Jahr an dieser Serie, die ersten Bilder entstanden in New York, mittlerweile sind Versionen aus London und Venedig dazugekommen, auch Wien ist schon vertreten. Das ist das Schöne an der Serie, sie funktioniert überall, ich kann sie auf meinen Reisen immer mitnehmen, oder vielleicht ist es auch andersrum, die Serie folgt mir, eben wie ein Tagtraum. 

Seit der Entstehung der Idee im April und der ersten Ausstellung im Juni letzten Jahres ist viel passiert.

AM: Ein persönliches Highlight war definitiv die erste Testausstellung letzten Juni. Es war zu der Zeit des Galerienrundgangs im 1. Bezirk, und obwohl wir nicht im Programm vertreten waren, öffneten wir einfach die Türen. Nach einer Zeit bildete sich eine kleine Traube vor unserer Türe. So lockten wir immer mehr Leute … Am Ende des Abends beglückwünschte uns ein Besucher sogar zur Galerie des Abends – obwohl wir nicht einmal Teil des organisierten Rundgangs waren! Da spürte ich das Kribbeln wieder und wusste, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

MG: Neu war für uns, die Dynamiken eines Teams zu entdecken, die ständigen Veränderungeneiner „moving gallery“ sind eine
Herausforderung, die Fingerspitzengefühl und Diplomatie erfordert. Kurz vor einer Vernissage geht es immer drunter und drüber. Obwohl wir
viel Wert auf Organisation legen, ist nicht alles kontrollierbar. Wie zum Beispiel die Wiener Parkplatzwächter. Einen Tag vor der Preview,
die Werke sollten gerade angeliefert werden, wurde uns ein Transporter mit Exponaten abgeschleppt. Einfach so! Zuerst einmal große
Aufregung, aber am Ende ging alles gut, die Werke fanden ihren Weg in die Ausstellung, und bei der Eröffnung konnten wir schon wieder
darüber lachen.

AM: Generell bietet die Organisation einer Ausstellung an Off-spaces immer Herausforderungen,aber unsere Nerven sind gut. Auch wenn das auszustellende Exponat mal nur um einen Millimeter durch die Türe passt. Davon lassen wir uns doch nicht abbringen! Auch mit den Umständen, ohneStrom- oder Wasserleitungen zu arbeiten, kommen wir zurecht. 

Am 12. März war die Eröffnung eurer neuesten Vernissage in einem Wiener Designbüro. Wie sieht diese spezielle Zusammenarbeit aus?

Goess: Wie schon angesprochen – LOCOMOT kann man auch beauftragen. Das Kreativbüro von Thomas de Martin kam auf uns zu, sie hätten
schöne weiße Wände, wir passende Kunst. Das Konzept wurde erstellt, die Kunst ausgesucht und die Vernissage veranstaltet.

Markhof: Ich liebe diese Aufträge, es ergeben sich spannende Synergien, und man knüpft Kontakte mit interessanten Menschen. Es ist für beide Seiten eine klare Win-win-Situation.


 

Interview

19. Jänner 2015 | A-List

Das Interview führte Maria Schoiswohl

 

„ Nomaden der Kunst “

Mit ihrer Pop-up-Galerie Locomot bringen Maria-Anna Goess und Anna Mautner Markhof Kunst an überraschende Orte.

 

Locomot ist eine Pop-up-Galerie. Welche Location würden Sie in Wien gerne einmal künstlerisch bespielen?

Unsere erste Show fand auf einem Dachboden statt, die letzte in einem Keller. Wir nehmen uns viel Zeit, um einen Raum zu finden, der in das Konzept passt und gleichzeitig das Publikum überrascht. Natürlich wollen wir nun nicht unsere Ideen verraten, aber zum Beispiel der ehemalige Südbahnhof hätte zu uns gepasst, der hatte Charme (Anm.: Teil des heutigen Hauptbahnhofes).

Man trifft Sie beim Kunstbummel in der Schleifmühlgasse, Eschenbachgasse, Seilerstätte. Welche Galerien schmeißen die besten Vernissagen? 

Die Galerie Elisabeth & Klaus Thoman ist immer zu empfehlen, genauso wie die Hofstätter-Projekte (Dorotheergasse 14), die mit ihren progressiven und kunsttheoretischen Ansätzen sehr speziell für Wien sind. Auch die Vernissagen von der Galerie Emanuel Layr sind eigentlich immer toll (An der Hülben 2).

Wo haben Sie erst kürzlich bis in den frühen Morgen gefeiert?

Maria-Anna: Festival-Aftershowpartys sind immer spannend! Wir freuen uns jedes Jahr riesig auf die Side-Events des Impulstanz-Festivals im Vestibül (Universitätsring 2) und Brut (Karlsplatz 5). Anna: Ich finde das Kollektiv „Austrian Apparel“ sehr cool. Dominik Traun und Sebastian Wasner heißen die zwei Produzenten, die alle ihre futuristischen Sounds selber aufnehmen und immer weiterverarbeiten. Sie lassen sich vom Weltraum inspirieren, das hört man auch definitiv, und soweit ich weiß, produzieren sie nicht nur Clubmusik, sondern auch das Sounddesign für Theateraufführungen (soundcloud.com/austrianapparel).

Welches Frühstückslokal ist Ihr Stammlokal nach einer langen Nacht?

Das Café Goldegg im 4. Bezirk ist eher unbekannt und das ist definitiv ein Vorteil nach einer langen Nacht. Ei im Glas und frisch gepresster Orangensaft - seit unserer frühen Jugend zelebrieren wir unser Katerfrühstück dort. Auch das Café Ansari im zweiten Bezirk ist zu empfehlen. Wir nützen es nicht nur privat, sondern gehen auch ganz gerne zu einem Arbeitsfrühstück dort hin (Praterstraße 15).

Wo und wie genießen Sie Wien an einem freien Tag?

Freie Tage gibt es, die nutzen wir aber nicht anders, als wenn wir eine Vernissage vorbereiten. Die Papierarbeit fällt weg, aber sonst treffen wir auch so Künstler, besuchen Ausstellungen und Galerien. Wir genießen es aber auch sehr, aus dem Stadtleben für kurze Zeit auszubrechen, am Kahlenberg, Wienerberg oder Cobenzl, mit Blick auf die Stadt die Ruhe zu genießen. So schalten wir gerne ab.

Wo trifft man Sie beim Einkaufsbummel?

Anna: Ich liebe das Buchgeschäft Walther König im MuseumsQuartier. Stundenlang könnte ich dort stöbern und das angeschlossene Café ist perfekt, um gleich reinzulesen. Maria-Anna: Die Villa Interior & Lifestyle kann ich empfehlen. Da gibt es großartige Stücke zu entdecken (Lainzer Straße 15).

Welche Unterkunft empfehlen Sie Freunden auf Besuch in Wien?

Das Hotel am Brillantengrund ist zu empfehlen. Ein nettes, junges Hotel in zentraler Lage, welches auch immer wieder in seinen Räumlichkeiten spannende Kunst präsentiert.

Und was macht Wien für Sie einzigartig?

Anna: Wien ist ehrlich. Und sehr vielschichtig. Ich lebe hier schon fast mein ganzes Leben und entdecke immer noch Gassen und Plätze, Geschäfte und Cafés, bei denen ich mich wundere: "Wie konnte ich so etwas die ganzen Jahre übersehen?" Auf der einen Seite ist Wien eine Großstadt, die eine internationale Szene anzieht, anderseits ticken die Uhren in manchen Vierteln definitiv langsamer und du findest Zeit, dich zurückzulehnen und zu genießen. Maria-Anna: Genuss und Gemütlichkeit sind in dieser Stadt essentiell und an jeder Ecke zu finden.